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Bamberg sehen und fotografieren

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Es traf mich zugegebener Maßen nicht ganz unvorbereitet. Denn natürlich hatte auch ich schon davon gehört, von der Masse, der Unfassbarkeit, sagen wir doch gleich Urgewalt. Doch es mit eigenen Augen zu sehen ist dann doch noch einmal etwas anderes. Und ganz recht, ich spreche von Touristengruppen in den bis zur Absurdität pittoresken Kleinstädten Süddeutschlands; in diesem Fall Bamberg.

Eins sei gleich vorweg gesagt: Das mit dem Einhalten der Verkehrsregeln funktioniert überraschend hervorragend. Wenn also, sagen wir mal, die Gruppe lustiger Amerikaner, die gerade dem Schild mit der Nummer 6 hinterherläuft, an einer Straßenecke auf die japanische Reisegruppe mit Schild 2 trifft, dann wird vorschriftsgemäß rechts vor links beachtet und am Ende sitzen höchstens zwei besonders kurzsichtige Gäste im falschen Bus.

Was außerdem immer funktioniert: Einfach mal unplanmäßig in eine kleine Gasse biegen, in die kein Hinweisschild ragt, und schon nach 100 Metern ist man mutterseelen allein. Es kann natürlich sein, dass man dort Augenzeuge wird, wie Einheimische ihren Müll entsorgen, aber wenn ich das Fotoverhalten manch anderer Touristen recht interpretiert habe, wäre das sogar ein besonders attraktives Motiv. Denn wer festhält, wie Menschen ausparken, Brötchen verkaufen oder Kaffee servieren, der sollte doch auch daran interessiert sein, zu dokumentieren, wo das alles hinführt.

Dazwischen kann man sich sowohl an der Schönheit der Stadt als auch an der sympathischen Eigenart ihrer Besucher erfreuen. Die zum Beispiel Günther heißen und noch den schönen Ausdruck „der letzte Heuler“ verwenden oder laut nach Annemarie rufen, weil: „Du hast doch noch mein Spritz!“

Leider konnte bis Redaktionsschluss nicht mehr geklärt werden, ob hier der Bedarf nach einem alkoholhaltigen Kaltgetränk geäußert wurde, oder ob es nicht doch um die Behandlung von Diabetes ging.

Womit ich sagen will: Bamberg ist eine wunderhübsche Stadt. Sie könnte nur noch schöner sein, würden weniger Besucher Socken in Sandalen tragen.

2 Kommentare

  1. Unter der Woche geht es, der Haupttourismus konzentriert sich auf das Wochenende. Und es ist erstaunlich, welch kleine Fläche die Touristen abgehen – als gäbe es nur den Dom und das angrenzende Gebiet. Für den Bamberger bleibt viel ebenfalls schöner Raum, den ich Dir bei Interesse und Gelegenheit gerne einmal zeige.

  2. @Sanne Grabisch
    … ein Angebot, auf dass ich bei Gelegenheit sicher zurückkommen werde – vielen Dank!

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