Juliane Wiedemeier

Der kleine Grenzverkehr

Es geht doch nichts über einen lukrativen Nebenjob. Schon gar nicht, wenn man bei ihm das Angenehme (Frisörbesuch, polnisches Bier, Lacoste-Hemden vom Polenmarkt) mit dem Nützlichen verbinden kann. Welches in diesem Fall in Form von Zigarettenhandel daherkommt:

.

Da soll noch mal jemand sagen, dem Berliner fehle es an Unternehmergeist. Auch die Guerillastrategie, mit der dieser Zigarettenschmuggel zwischen den Gesuchen nach defekten Elektrogeräten und Dreizimmeraltbaumitstuck-Wohnungen an Laternenpfählen im Prenzlauer Berg versteckt wurde, muss man bewundern.

Doch was passiert wohl, sobald die freundlichen kleinen Libanesen, die bislang aus Blumentöpfen und Radkappen heraus die Versorgung mit Billig-Zigaretten sicherstellten, diese Konkurrenz entdecken? Lässt sich die Polizei mit dem Hinweis, es handle sich nur um vier Stangen und damit die Einhaltung des Zolllimits, ruhigstellen? Und sind fünf Euro unter Berücksichtigung all dieser Aspekte wirklich ein angemessenes Risikokapital?

  1. 9. September 2010

    Jo, so gefällt mir das! 🙂 Der humorige Körper verhüllt von zynischer Corsage.